Wie stelle ich mein Unternehmen zukunftssicher auf?

Digitalisierung ist in aller Munde, die Geschwindigkeit nimmt zu und es fällt Unternehmern immer schwerer, auf die steigende Veränderung zu reagieren. Digital aufgestellte Unternehmen können viel schneller am Markt tätig werden, was zur Folge hat, dass man selbst nicht mehr mithalten kann. Ist ein Mitbewerber beispielsweise in der Liefergeschwindigkeit schneller, kann man dadurch schnell seine bisher in Sicherheit gewähnte Position im Markt verlieren. Unternehmen überlegen sich heutzutage immer mehr, wie sie mit Digitalisierung 4.0 mithalten können. Hier möchten wir aufzeigen, was alles zu beachten ist.


Ich habe doch einen Online-Shop
Gerade kürzlich sagte ein Kunde zu uns: „Ich mache doch schon Digitalisierung 4.0, denn ich habe einen Online-Shop!“ Es ist ein gravierender Trugschluss anzunehmen, dass es damit bereits getan ist. Digitalisierung 4.0 bedeutet ein Digitalisieren des gesamten Unternehmens. Hier gibt es drei Säulen, die es zu beachten gilt: die Organisation, die Prozesse und das Produkt oder die Dienstleistung. Nur wer diese drei Bereiche hinsichtlich Digitalisierung prüft und umbaut, hat die Chance, den Anforderungen der Zukunft zu entsprechen. Was bedeutet das im Einzelnen?

Das Organisationsmodell digitalisieren
In der Regel sind Unternehmen top-down strukturiert – einer führt und alle darunter setzen um, was vorgegeben wird. Aus digitaler Unternehmenssicht ist es nicht so, dass der Chef herrscht, sondern dass die Mitarbeiter – insbesondere jene mit Kundenkontakt – mit weiträumigen Kompetenzen ausgestattet sind: Sie können zeitnah selbst Entscheidungen treffen. Informationen werden transparent digital gehalten, es besteht ein ständiger Kontakt zum Kunden und damit eine erhöhte Wahrnehmung von Kundenbedürfnissen. Dieses Vorgehen ist natürlich in einen Monitoring-Prozess integriert, so dass alle Beteiligten, und damit auch die Geschäftsleitung, sehen kann, wo die Entwicklung hingeht.

Geschäftsprozesse digitalisieren
Heute zählt nicht mehr, wie alt ein Unternehmen ist, digitale Unternehmen verändern Regeln. Damit hängen sie ihre Mitbewerber ab. Es nützt nichts, eine Abteilung zu gründen, die für die Digitalisierung zuständig ist – das gesamte Gebilde »Unternehmen« muss umgebaut werden. Das bedeutet: Informationsflüsse werden transparent gehalten, die Hierarchien sind flach. Entscheidungen können von dem einzelnen Mitarbeiter getroffen werden oder innerhalb eines Teams. Außerdem werden Informationen softwareunterstützt bearbeitet und weitergegeben.

Produkt bzw. Dienstleistung verändern
Nicht das Produkt steht im Vordergrund, stattdessen arbeitet man mit Erlebnissen und Ergebnissen. Ein Produkt ist nicht mehr langlebig, sondern es erhält mehr Möglichkeiten, die auch alle genutzt werden können. Das Bedürfnis des Kunden wird modular abgedeckt und der Kunde zahlt auch nur für das, was er nutzt. Ein gutes Beispiel aus dem Alltag dafür ist Carsharing: Man zahlt nur für den Zeitraum, in dem man ein Fahrzeug nutzt, ohne das Fahrzeug kaufen zu müssen, mit allen laufenden Nebenkosten.

Es gibt viel digitale Konkurrenz auf dem Markt, was viele Unternehmen nicht gewohnt sind und wovon sie sich ein wenig überrollt fühlen. Manche dieser Wettbewerber kommen aus dem Ausland und sind noch nicht in den Köpfen vieler mittelständischer Unternehmen präsent. Plötzlich sind sie als Konkurrent auf dem Markt. Das ist eine große Gefahr aus einer nicht gewohnten Richtung.

Was können Unternehmen gegen diese Konkurrenz tun?
Wer sich gegen die starke Konkurrenz vieler neuer digitaler Ideen rüsten möchte, sollte zum einen sein Geschäftsmodell ändern und seinem Kunden sowohl Erlebnis wie auch Ergebnis liefern und ihm einen Mehrwert bieten. Mit dieser neuen Ausrichtung kann es durchaus gelingen, viele Wettbewerber hinter sich zu lassen. Somit bieten sich auch Chancen. Weiter sollte das Produkt oder die Dienstleistung sehr schnell auf den Bedarf des Kunden geändert werden. Das Gestalten eines Produkts oder einer Dienstleistung in Module beispielsweise ermöglicht ein schnelles Austauschen eines Moduls, um das ganze System am Ende kundenfreundlicher zu gestalten.

Ein Zyklus, der sich selbst beschleunigt
Wenn im Produkt oder in der Dienstleistung etwas schiefgeht, bedeutet das, dass man seine Organisation umbauen muss. Der Umbau der Organisation führt dazu, dass das Geschäftsmodell umgebaut wird, was dann wiederum zu einem verbesserten Produkt oder einer verbesserten Dienstleistung wird. Dieser selbstständige Zyklus beschleunigt sich also selbst und kann damit als permanent und eigenständig ablaufende engpasskonzentrierte Strategie gesehen werden. Engpässe entstehen automatisch. Nun gilt es, Prozesse einzuleiten, die die Engpässe beseitigen. Das ist im Grunde genommen der Kern eines modernen Unternehmens – unabhängig in der Person und unabhängig der Struktur.

Digitalisierung transformiert Arbeitsplätze
Oft hören wir die Befürchtung von Mitarbeitern, dass Digitalisierung sicherlich dafür sorgt, dass Arbeitsplätze wegfallen. Es fallen schon Arbeitsplätze weg, doch werden an anderer Stelle neue geschaffen. Arbeitsplätze werden in der Digitalisierung transformiert.

Auf den Punkt:
Wo der Kunde digital abgeholt werden muss, tun sich viele Unternehmen immer noch schwer. Doch Digitalisierung wird mehr und mehr kommen. Jeder muss sich darauf vorbereiten und dafür seine drei Säulen durchgehen und darauf schauen, was man moderner gestalten könnte. Mitarbeiter müssen dabei zu Mitdenkern werden, was natürlich nicht von heute auf morgen umsetzbar sein wird, doch stecken darin oft ungeahnte Möglichkeiten. Und denken Sie bei allem, was Sie tun, daran: Der Kundennutzen steht im Mittelpunkt!

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