Ich muss mich selbst um jeden Mist kümmern ...

Kennen Sie das Gefühl, den Eindruck zu haben, sich um jeden Mist kümmern zu müssen? Und der ganze Kram stiehlt Ihnen Ihre Zeit? Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Und es lohnt sich, einmal genauer hinzuschauen.


Etwas läuft nicht rund, ständig gibt es Ärger und schon wieder ist etwas vergessen worden. Und das nur, weil Sie sich auf andere verlassen haben. Also doch besser selbst machen? Chefs stecken oft in einer Zwickmühle: Wie viel kann ich delegieren, was sollte ich unbedingt selbst machen? Irgendwo ploppt doch wieder etwas auf, was man besser selbst hätte in die Hand nehmen sollen. Das hat man jetzt davon. Aber woran genau liegt es, dass man diesen Eindruck bekommt? Mögliche Ursachen sind:

  • Abläufe und Prozesse funktionieren nicht richtig
  • Schlechte Kommunikation untereinander
  • Unpassende interne Strukturen
  • Reibungsverluste
  • Qualifikation der Mitarbeiter
  • Fehlende Motivation der Mitarbeiter
  • Probleme werden »hochdelegiert« – und das wird zugelassen
  • Eigenes Zeitmanagement
  • Loslassen können
  • Delegieren können

Eins ist sicher: Wer sich nicht die Zeit nimmt, um den Ursachen auf den Grund zu gehen, wird weiter getrieben sein, falsche Entscheidungen treffen und Probleme vor sich herschieben. Dass das für die Unternehmensführung nicht förderlich ist, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden.

Die Dringlichkeit verdrängt die Wichtigkeit
Sie sind in einer Position, in der jeden Tag Dinge sprichwörtlich auf Sie einstürzen, die nicht planbar sind. Diese »fressen« Ihre Zeit wie auch letztendlich Ihre Lebensqualität. Hier ist es wichtig, Strukturen zu haben, in denen Sie sich auch bewegen können.

Sehr schön lässt sich ein Gang zum Arzt als Analogie hierfür verwenden: Wenn es Ihnen nicht gut geht und Sie Schmerzen haben, gehen Sie zu Ihrem Hausarzt. Würde dieser nun ausschließlich nach den Symptomen schauen, hieße das, Sie bekommen Schmerztabletten. Wie fühlt sich das für Sie an? Fühlen Sie sich gut behandelt, betreut, beraten? Was, wenn die Ursache beispielsweise in einem verschobenen Halswirbel liegt, sich Ihr täglicher Stress als Kopfschmerz bemerkbar macht oder Sie möglicherweise eine Entzündung im Kiefer haben? Wollen Sie lieber weiterhin Schmerztabletten einnehmen oder besser doch die Zeit investieren und einen Facharzt konsultieren, der die wahre Ursache beheben kann? Es steht außer Frage, wie man auf Dauer eine Verbesserung der Situation erreichen kann.

Wenn das Thema Zeit nicht wäre ...
Steht ein Bauer auf dem Feld, um mit seiner Sense die Frucht abzumähen. Kommt ein Wandersmann vorbei und sagt: „Hey Bauer, wenn du mal deine Sense schärfen würdest, ginge das ganze schneller und einfacher“. Darauf antwortet der Bauer: „Ja, ich weiß. Ich habe allerdings keine Zeit dazu, denn ich muss sensen, sonst schaffe ich meine Arbeit nicht“.

Zeit ist das größte Problem, Ursachen nicht auf den Grund gehen zu wollen. Was wir immer wieder beobachten: Leider muss einem Unternehmer das Wasser bis zum Hals stehen, bis er bereit ist, sich diese Zeit zu nehmen und etwas zu verändern. Der Schmerz muss schon sehr groß sein.

Wollen Sie einmal auf Augenhöhe mit jemandem, der nicht in der »Unternehmensmühle« gefangen ist, über Ihre Situation nachdenken? Es gibt leider kein Raster, in das jedes Unternehmen passt. Was bei dem einen gut funktioniert hat, passt nicht auch garantiert auf ein anderes. Denn Sie als Chef sind genauso individuell wie Ihre Mitarbeiter. Und nicht außer Acht zu lassen sind außerdem Markt, Wettbewerb, Partner etc. Eine Perspektive von außen bringt meistens einen ganz anderen Blick auf die Situation.

Ja, sicher ... selbstkritisch sein ist nicht angenehm. Niemand mag gerne das infrage stellen, was vielleicht jahrelang wunderbar funktioniert hat.

Sie fühlen sich handlungsfähig und löschen nur ein Feuer nach dem anderem? Wie erleben Sie das? Was stört Sie? Was wünschen Sie sich? Bloggen Sie mit!