Fachkräftemangel? Muss nicht sein

Die Mittelstand-Profis von Schirm & Collegen erklären, wie sich qualifizierte Mitarbeiter finden lassen


Fachkräftemangel ist im Mittelstand ein weit verbreitetes Problem. Viele Unternehmen klagen darüber, dass sie keine geeigneten Mitarbeiter finden. Dabei kann der Mangel an Fachkräften auch das Resultat eines ganz anderen Problems sein: „Wir beobachten verstärkt das Fehlen von Anforderungsprofilen. Viele Unternehmen definieren nicht genau, was oder wer ihnen eigentlich fehlt“, so Christof Schirm, geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens Schirm & Collegen Unternehmer-Kontor. „Manchmal gibt es aufgrund der Unternehmensgröße vielleicht auch kein richtiges Personalbüro, das diese Aufgabe übernehmen könnte“, weiß Schirm aus Erfahrung. Gemeinsam mit seinen Partnern Reto Ledermann, Andreas Ostermai und Robert Wenner hat er sich auf mittelständische Unternehmen spezialisiert.

Das Problem, keine qualifizierten Mitarbeiter zu finden, setzt den Experten zufolge früher an, noch vor dem Anforderungsprofil. „Viele begehen den fatalen Fehler, die bestehenden Mitarbeiter zu vernachlässigen. Das Beurteilen der eigenen Mitarbeiter kann die Suche nach Fachkräften aber erheblich unterstützen“, pflichtet Robert Wenner bei. Denn nur so könne man herausfinden, wer im Team noch gebraucht wird.

„Wir beobachten außerdem immer wieder, dass viele Unternehmen zu wenig für ihre eigenen Leute tun. Es werden zu wenig oder gar keine Mitarbeitergespräche geführt oder es gibt keine Angebote für persönliche Weiterentwicklung und Qualifizierung“, ergänzt Reto Ledermann. Das Unternehmen müsse aber eine Perspektive aufzeigen: „Wer Fachkräfte sucht, muss neben einer attraktiven Entlohnung auch hervorheben, dass es diverse Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter gibt.“

Dazu gehöre auch, Kompetenzen zu definieren, damit der jeweilige Mitarbeiter genau weiß, wie weit sein Entscheidungs- und Handlungsspielraum reicht. „Dadurch entsteht überhaupt erst Raum für Kreativität und Aktivität“, erklärt Andreas Ostermai. Ein wichtiger Faktor ist ihm zufolge auch die Identifikation mit dem Unternehmen: „Die Suche nach Fachkräften kann erleichtert werden, wenn sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren. Sie fungieren dann quasi als Botschafter des Unternehmens und verbessern dessen Außenwirkung.“

Sind dann irgendwann ein oder mehrere passende Fachkräfte gefunden, ist es förderlich, für den Start im Unternehmen einen Partner für die Eingliederung zu definieren, der dem neuen Mitarbeiter als Richtungsweiser und zwischenmenschliche Kontaktperson dient, lautet der abschließende Rat von Christof Schirm.